Meine Bilder sind Emotionen, die einen Ausdruck gefunden haben. Mal wild, laut und voller Kontraste, mal leise, zart und beinahe durchsichtig. Sie entstehen Schicht für Schicht, wie ein gelebtes Leben. Erinnerungen werden übermalt, Spuren bleiben sichtbar, Neues verbindet sich mit Altem. Was entsteht, ist ein Dialog zwischen dem, was war, und dem, was werden will.
Ich arbeite intuitiv. Ohne festgelegtes Motiv. Der Prozess führt. Farbe und Worte sind meine wesentlichsten Ausdrucksmittel. Sie erzählen Geschichten, die man nicht kennen muss, um sie zu spüren - wie ein Lied, das unter die Haut geht, auch wenn man den Text nicht versteht. Meine Kunst lädt dazu ein, nicht zu analysieren, sondern wahrzunehmen. Nicht zu erklären, sondern zu fühlen.
2015 folgte ich einer leisen, aber beharrlichen Sehnsucht nach Tiefe und Echtheit. Nicht aus einer Leere heraus, sondern aus dem Wunsch, meiner inneren Stimme Raum zu geben. Ich verabschiedete mich von Wohnung, Besitz und sicherem Gehalt und tauschte bei einem Garage Sale Dinge gegen Leichtigkeit. Im Minimalismus entdeckte ich keinen Mangel, sondern Freiheit.
Diese äußere Reduktion wurde zu einem inneren Aufbruch. Als Künstlerin, Reisende und Suchende bewege ich mich zwischen Kontrasten - auf der Leinwand wie im Leben. Meine Winter verbringe ich in Spanien. Das Licht dort ist anders, die Stimmen lebendiger, das Tempo weicher. Es bringt Bewegung in mein Inneres und manchmal auch Zweifel. „Darf ich das einfach? Anders leben?“ Die Angst ist laut. Doch die mutige Neugier bleibt.
Im Malen finde ich meinen klarsten Ausdruck. Fragen verwandeln sich in Farbe, Unruhe wird Rhythmus, inneres Ringen wird Vertrauen. Jedes Bild ist ein Echo - eine Spur dessen, was in mir und vielleicht auch in uns allen schwingt. Ich glaube, dass Farbe etwas freilegt, das wir längst wussten, aber vergessen haben.
Meine Arbeiten sind Einladungen - zum Innehalten, zum Fühlen, zum Erinnern an das, was in uns längst lebendig ist.